Wie man Vertrauen verspielt – in 3 Akten

Es gibt Dinge, mit denen spielt man nicht. Und dazu gehört eindeutig Vertrauen – von Anlegern, Usern und einer gesamten Branche, die in den letzten Monaten und Jahren langsam begonnen hat, sich zu etablieren. So geschehen bei Savedroid, einem bis letztes Jahr unscheinbaren Fintech das weder Geschäftsmodell noch großartige Erfolgs-Stories zu vermelden hatte. Geboren aus der Idee, Kleinst-Sparbeträge via App direkt anzusparen – einfach gesagt eine Spardose auf dem Smartphone. „Geld sparen, ohne daran denken zu müssen“, lautet der Slogan. Das funktioniert mittels automatischer Sparregeln – was nun weder sonderlich innovativ war noch großartige Erträge abwarf sowohl für Anbieter als auch User.

Erster Akt: Kein Geschäftsmodell bei savedroid – und dann kam der ICO

Aber Gott sei Dank gab es nun im letzten Jahr zwei große Themen: Zum einen Cryptocurrencies und zum anderen eine neue Form der Finanzierung: ICO (Initial Coin Offerings) – quasi eine direkte Finanzierung über viele Investoren ohne Börse oder Zwischenhändler. Mit dem Geld aus dem ICO sollte nun auch noch das Sparen in Kryptowährungen ermöglicht werden – also Hype 1 mit Hype 2 kombiniert, eine geniale Idee. Und tatsächlich fanden sich vor allem in der deutschen Finanz- und Influencer-Szene plötzlich ganz viele Akteure die nun das „innovative Konzept“ und den „größten deutschen ICO“ in den Himmel lobten. Und zack hatte man 40 Millionen an Investments am Ende des Tages zusammen. Jeder erfolgreiche Unternehmer, der Umsatz vorweisen kann, wird an diesem Punkt mit Tränen in den Augen in die Tischkante beißen.

Zweiter Akt: Scam, Hack oder PR Stunt?

Alles war wunderbar, man lag sich in den Armen und Yassin Hankir wurde als großer Blockchain-Zauberer gefeiert, der den Weg von regulierten ICOs nun auch in Deutschland ebnete. Die Welt war für wenige Wochen in Ordnung, die Investoren glaubten an eine rosige Zukunft von Savedroid und deren Token.

Und plötzlich schien alles weg. Auf der Website von Savedroid stand nur noch „And it’s gone“. Ein mysteriöser Tweet mit Bild am Strand des Start-up-Gründers kam dazu. Für Presse, Investoren und Berate